Klaus Pawlowski

Rhetorik  und Satire

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 Vorsorge

 

Ich habe mich so eingedeckt,

dass ich mich sicher wähne

und keine Pandemie mich schreckt

und keine Quarantäne.

 

Mit Nudeln, Ketchup, Dosenbier,

das würde ich vermissen.

Mit Seife, Salbe, Klopapier

Na ja, man kann nicht wissen…

 

Jetzt hort‘ ich von der Liebsten noch

zweihundertfünfzig Küsse,

weil man, das rät ja Robert Koch,

dann Abstand halten müsse.

 

Die Liebste wollte jetzt vorher

mir noch fünf Nächte schenken.

Schwächt das nicht die Immunabwehr?

Da hab ich doch Bedenken.    

 

 



Neun erhabene Momente

 

Dies neue Jahr war noch nicht dran,

Christ war noch nicht erkoren,

da fing’s schon an mit Ludwig van.

Wann war der bloß geboren?

 

Den Tauftag weiß man irgendwie,

denn das war Ludwigs Auftakt.

Er schrieb die erste Sinfonie

direkt nach diesem Taufakt.

 

Na klar, er war ja ein Genie.

Er war halt der Entrückte,

der seine zweite Sinfonie

stramm in die Windeln drückte.

 

Er war vier Jahre ungefähr,

da schöpfte der Besternte

die Dritte, als gerade er

aufs Töpfchen gehen lernte.

 

Schlagartig kam ihm Nummer vier.

Die fand der reich Gloriolte,

als Lehrer Neefe am Klavier

ihm mal den Arsch versohlte.


Die Fünfte brachte der Rubin,

als Vatern voll im Suff war.

Die Sechste kam ihm, als in Wien

mit Haydn er im Puff war.

 

 

Was er da „Pastorales“ sah,

das hat die Zeit verschliffen.

Vielleicht fand er „Erotica“

denn doch zu abgegriffen.

 

Doch lustvoll trieb die Siebte ihn.

Da war er mit Guilletta 

und seiner Schwester Josefin

zu Dritt im Bett, was nett war.

 

Die Achte, nun da war, ich glaub‘,

doch kann ich’s nicht beschwören,

er schon total entrückt und taub.

Das merkt man auch beim Hören.

 

Doch sagt‘s die Neunte nochmal fett:

Solch pralles Schöpferleben

von Windelkack bis Doppelbett

ist nur Genies gegeben.

 

Eins zeigt uns die Geschichte auch:

gottähnliche Talente

bedürfen für den Schöpfungshauch

erhabener Momente. 

                                                                                              Mozart zum Kugeln



Und Familie gibt es auch noch